Redemption Roasters

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Leben verändern – ein perfekter Cappuccino nach dem anderen.

 

Ein flüchtiger Blick auf das Logo von Redemption Roasters lässt nichts anderes als ein klar kommuniziertes Unternehmensbranding vermuten: zwei große Rs, Rücken an Rücken, die die Initialen des Firmennamens darstellen. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich jedoch ein zweites grafisches Design: Die beiden Buchstaben fügen sich zu einem verriegelten Schlüsselloch zusammen – ein subtiler Hinweis auf die eigenwillige Philosophie und Arbeitspraxis der Marke Redemption Roasters.

 

Max Dubiel und Ted Rosner, die Gründer von Redemption Roasters, machten es sich zur Aufgabe, jungen Straftätern bei der erfolgreichen Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu helfen. Sie wussten aus Daten des Justizministeriums, dass Gefangene mit einer 50 Prozent größeren Wahrscheinlichkeit wieder straffällig werden, wenn sie ihre Strafe ohne Kompetenzen und die Chance auf einen Arbeitsplatz abbüßen – daher brachten sie 80.000 Pfund auf, um eine Kaffee-Akademie im Gefängnis HMYOI Aylesbury zu gründen. In der Einrichtung für junge Straftäter im Alter von 17 bis 21 Jahren in Buckinghamshire werden Gefangene in Barista-Fertigkeiten auf wettbewerbsfähigem Niveau und in der hohen Kunst des professionellen Röstens geschult. Sie lernen über Geschmacksprofilierung, Kaffeebohnensorten und wie sie gemahlen werden, das Erwärmen und Pflegen von Bohnen in einem hochmodernen Petroncini-Röster, die Bedienung, Wartung und Reinigung einer Espressomaschine – und natürlich wie man einen Cappuccino herstellt und präsentiert, der aussieht und schmeckt wie Mailänder Ambrosia.

 

Während des Kurses bei Redemption Roasters (der von einigen Wochen bis zu einem ganzen Jahr dauern kann) erhalten die Insassen eine sinnvolle Aufgabe im Gefängnis, indem sie der dortigen Gemeinschaft in einem Redemption Café Kaffee servieren, wobei das Endziel des Programms darin besteht, die Absolventen nach ihrer Entlassung in einer seiner Filialen oder bei einem angeschlossenen Kaffeegroßhändler unterzubringen.

 

Marcus Wood von Redemption Roasters drückt es gerne so aus: „Wir arbeiten mit jungen Männern, die noch nie einen richtigen Kaffee probiert haben… und verwandeln sie in vollkommene Kaffee-Geeks.“ Während andere Kaffeeketten häufig für unberechenbare, unbeständige Null-Stunden-Verträge, schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Bezahlung und lange Arbeitstage kritisiert werden, bietet Redemption Roasters alternative Arbeitsplätze in der Fairtrade-Kaffeeindustrie und eine ehrliche, lebensfähige Zukunft.

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Wir haben keinen Einfluss darauf, wie viel den einzelnen Lehrlingen gezahlt wird, und wir dürfen sie auch nicht direkt bezahlen“, erklärt Dubiel. „Aber wir zahlen dem Aylesbury-Gefängnis bestimmte Gebühren für die Kosten, die ihnen durch die Einrichtung unserer Rösterei entstehen. Ein Teil davon deckt die Bezahlung unserer Lehrlinge ab. Wenn wir Gefangenen im offenen Vollzug Arbeitserfahrung bieten, bezahlen wir sie und decken ihre Kosten… auch wenn wir dazu nicht verpflichtet sind.“ Wood fügt hinzu: „Die Praktikanten arbeiten technisch nicht für uns… wir helfen ihnen nur aus.“

 

Natürlich ist es nicht jedermanns Sache, im Gefängnis mit jungen Straftätern zu arbeiten, von denen viele wegen Gewaltverbrechen verurteilt worden sind. In einem Bericht des Her Majesty’s Inspectorate of Prisons vom vergangenen Jahr hieß es, dass Gewalt und Drogenaktivität zugenommen hätten und dass die Sicherheit in Aylesbury „große Bedenken“ bereite. Wood, der leitende Röster bei Redemption Roasters im Gefängnis, erklärt jedoch, er habe sich während seiner Zeit in Aylesbury nie bedroht gefühlt. „Als Arbeitskräfte vor Ort sind wir alle von den Behörden mit einem persönlichen Alarm ausgestattet. Ich habe meinen nur ein einziges Mal betätigt… und das war ein Versehen. Bevor ich meine Karriere in der Kaffeeindustrie begann, arbeitete ich ein Jahr lang als Lehrer für Realschulreife. Ich kann Ihnen sagen, dass ich mich im Gefängnis viel sicherer fühle als im Klassenzimmer mit einem Haufen 14-Jähriger.“

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.redemptionroasters.com

 

Dies ist die überarbeitete Fassung eines Artikels, der erstmals in der Frühjahrsausgabe 2019 der Zeitschrift King’s Cross Quarterly erschien. Text: Simon Mills.

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