Caravane

caravane my coal drops yard caravane my coal drops yard

Wunderschöne und innovative Textilien

 

Véronique Piedeleu ist eine bekennende Schatzsucherin. Von Europa bis Asien und darüber hinaus – als kreativer Kopf hinter der zurückhaltend schicken französischen Lifestyle-Marke Caravane ist sie ständig auf der Suche nach den schönsten und innovativsten Textilien und Haushaltswaren aus der ganzen Welt. Unendliche Neugier und Entschlossenheit seien eine Voraussetzung für ihre Arbeit – so Véronique. „Es ist wie Detektivarbeit. Ich liebe es, verborgene Orte zu entdecken, die fähigsten Kunsthandwerker aufzuspüren, mit denen ich zusammenarbeiten kann, und ihre Techniken zu verstehen. Bei Caravane besteht unser Ziel darin, das Wissen dieser Kunsthandwerker zu teilen und ihre Geschichten mit Poesie, Phantasie und manchmal sogar ein wenig Humor unseren Kunden näherzubringen“, erklärt sie.

 

Diese Ambition hat sie dazu veranlasst, die Welt zu bereisen, um mit Herstellern in Kontakt zu treten. Das Unternehmen bezieht nun Seiden-Ikats (eine Färbetechnik, die für ihre leuchtenden Farben und kräftigen Muster bekannt ist) aus der Türkei, exquisite, in Frankreich gefärbte Leinenstoffe, gewebte Haushaltswaren aus Vietnam und blockbedruckte und bestickte Stoffe aus Indien, um nur einige zu nennen. „Indien ist mein Lieblingsspielplatz“, führt Véronique an. „Vom Norden bis zum Süden bieten seine Materialien, seine Geschichte und seine Menschen unendliches Wissen und Möglichkeiten für kreative Schöpfungen. Die Kunsthandwerker dort sind so talentiert und teilen gerne ihr Wissen. Ihnen zu begegnen, macht meine Arbeit zu einem wahren Vergnügen. Aber natürlich laufen die Uhren in Indien anders und man muss das respektieren und sich zu eigen machen. Es hat mich wirklich Geduld gelehrt: Man kann handgefertigte Arbeit einfach nicht überstürzen.“

 

Die Wertschätzung des Verfahrens und der Herstellungsmethoden verleiht den einzigartigen Stücken von Caravane ihren unbestreitbaren Charme. „Heutzutage will jeder alles sehr schnell – und damit die Artikel perfekt sind, wird selten von Hand gearbeitet“, merkt sie an. „Es ist so wichtig, diese kunstvollen Methoden in einer Welt der Massenproduktion am Leben zu erhalten und zu akzeptieren, dass ein kleiner Fehler vielleicht schön ist. Das wirklich Wunderbare an handgemachter Ware ist, dass man nie zwei Artikel sehen wird, die genau gleich sind.“

Caravane My coal drops yard
Caravane My coal drops yard

Als Enkelin eines Antiquitätenhändlers wuchs Véronique inmitten von Möbeln auf und spürte schon immer eine Faszination für Textilien. Anfangs entschied sie sich für ein Studium der Betriebswirtschaft, bevor sie im Marketing und in der Produktentwicklung tätig wurde und schließlich mit ihrem Ehemann Jack-Eric ihren eigenen Betrieb für Bastel- und Handwerksbedarf gründete. Erst 2011, nachdem sie das Unternehmen zehn Jahre lang erfolgreich geführt hatten, beschlossen sie, einen alternativen Weg einzuschlagen. „Ich brauchte einen Ort, an dem ich meine Leidenschaft für Textilien weiterentwickeln konnte. Ich wünschte mit das schon sehr lange, hatte aber nicht wirklich die Gelegenheit, diesen Wunsch auszuleben“, sagt sie. „Aufgrund meiner Liebe zu Interieurs war mir Caravane bereits bekannt. Ich bewunderte die zwanglose Atmosphäre ihres Universums voller Seele; die Art und Weise, wie sie mit Farben spielten, die Vielfalt der Textilien und die warme und informelle Herangehensweise an Dekoration.“

 

Caravane entstand 1995 und wurde ursprünglich von der französischen Designerin Françoise Dorget gegründet. Sie reiste viel, vor allem durch Marokko, und sammelte Inspiration aus der ganzen Welt, bevor sie diese neu entdeckten Einflüsse mit eher kosmopolitischen Ideen und Kunst kombinierte, um sichtlich lässige Designs zu kreieren, die einen Kontrast zu den damals beliebten formalen Stücken darstellten. „Damals gab es nur drei Caravane Stores in Paris“, erläutert Véronique. „Aber das Unternehmen hatte ein starkes Image als Trendsetter und auch der Reiseaspekt war sehr spannend.“ Obwohl Françoise schon oftmals Kaufangebote erhalten hatte, gab es – so Véronique – eine Verbindung zwischen den beiden. „Sie war von unserer Vision und Leidenschaft sowie von unserer Erfahrung und unserem Verständnis der Markenwerte überzeugt. Es gab eindeutig ein gutes Gefühl zwischen uns, was wirklich wichtig war.“ Inzwischen hat das Unternehmen elf Filialen in ganz Europa, auch im Coal Drops Yard, und beschäftigt mehr als sechzig Mitarbeiter aus Frankreich, Großbritannien und Dänemark. Jack-Eric kümmert sich um die betriebswirtschaftlichen Aspekte, einschließlich der globalen Store-Entwicklung, während ihre Tochter Capucine, die vor vier Jahren dazu stieß, die Bereiche Kommunikation und Digitaltechnik leitet. „Caravane ist wie unser Kind“, lacht Véronique. „Das Unternehmen ist ein weiteres Mitglied der Familie.“

 

Über dieses europäische Zentrum hinaus erstreckt sich das kreative Netzwerk des Unternehmens weit und breit. „Ich kenne mich nun in verschiedenen Regionen aus und habe Verbindungen in Dörfer und Gemeinden aufgebaut, sodass ich die besten Orte für die Herstellung bestimmter Artikel finden kann“, erklärt sie. „Die Handwerksleute, mit denen wir zusammenarbeiten, verwenden die Materialien, die uns die Natur zur Verfügung stellt. Viele von ihnen arbeiten seit mehr als 10 Jahren mit uns zusammen und sind zu Freunden geworden. So wird beispielsweise die Tischwäsche der Serie Gati im Blockdruckverfahren aus Jaipur in Indien hergestellt und die Familie ist einer unserer ältesten Lieferanten. Die Mutter begann vor zwanzig Jahren, mit uns zu arbeiten, und heute kümmert sich ihr Sohn um die Produktion.“ Die Technik war restriktiv und Véronique arbeitete mit der Familie und passte den Prozess durch viele Versuche an, um erstaunliche Muster in großem Maßstab zu entwickeln. „Jeder Block wird wie ein Gemälde auf der Tischdecke oder der Serviette positioniert und der Druck der Hand ist von Muster zu Muster oder Farbe zu Farbe unterschiedlich, sodass das Ergebnis völlig individuell ist“, bemerkt sie. „In Europa gibt es nur sehr wenig Kompetenz für diese Art von Dingen. Man muss die Technik verstehen, die Grenzen definieren und den Handwerkern sehr viel Aufmerksamkeit entgegenbringen.“ Nicht nur die Textilien von Caravane werden auf diese Weise designt, sondern auch innovative Haushaltswaren, die auf gemeinschaftliche Weise beschafft und entwickelt werden. „Zumeist wird Makramee aus Baumwolle hergestellt, aber bei unserer Beleuchtungskollektion Balbi bestand der erfinderische Ansatz darin, pflanzliche Fasern wie Blätter oder Gras zu verwenden“, erklärt sie. „Ich kannte eine Gruppe von Kunsthandwerkern in Südindien, die sich auf Kunsthandwerk aus Pflanzen spezialisiert haben – und so stellten wir gemeinsam ein spezielles Garn aus Bananenfasern her. Sie kannten jedoch keine Knüpftechniken, sodass wir ihnen halfen, diese neue Kompetenz zu erlernen, was gleichzeitig bedeutete, dass sie unser Projekt durchführen konnten. Das Resultat sind wundschöne Lampenschirme – völlige Unikate.“ Diese Wahrung und Entwicklung von Fähigkeiten ist etwas, das Véronique sehr am Herzen liegt. „In Indien sind das Know-how und das kreative Talent noch vorhanden, aber selbst dort verschwindet es“, stellt sie fest. „Familien in ländlichen Gebieten zusammenzuhalten, Arbeit zu schaffen, damit sie nicht in die großen Städte ziehen müssen, und sie zu unterstützen, geben uns einen weiteren Zweck. Es geht darum, sich in ihren Rhythmus einzufinden und ein langsameres Lebenstempo entgegen der Tyrannei der Maschinen zu erhalten.“

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.caravane.co.uk

 

Dies ist die überarbeitete Fassung eines Artikels, der erstmals in der Frühjahrsausgabe 2019 der Zeitschrift King’s Cross Quarterly erschien. Text: Claudia Baillie.

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Neuigkeiten und Veranstaltungstipps

We’ll hold your above info until you say otherwise by unsubscribing from Coal Drops Yard mailers and we will review with you annually.
By clicking the "sign up" button, you agree to our Terms of Use and Privacy Policy