A.P.C.

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Form und Funktion

 

In einer Art Paradox, das eher der theoretischen Physik als der Mode würdig ist, ist es schwer und zugleich leicht zu glauben, dass es das französische Modelabel A.P.C. seit mehr als drei Jahrzehnten gibt – obwohl es durchaus Sinn macht. Schließlich ist die Marke der Inbegriff von schickem Utilitarismus – und was liegt auch zwanzig Jahre nach Beginn des „neuen“ Jahrtausends beständiger im Trend als das? Als Marke ist das Label sowohl mühelos zeitlos als auch eine wahre Verkörperung von Zeitgeist.

 

Es wurde 1987 von dem französisch-tunesischen Designer Jean Touitou gegründet und war von Anfang an eine Unisex-Marke (sehen Sie, was wir mit dem Paradox aus zeitlos und Zeitgeist meinen?) – sogar der Name wurde als Ausdruck von Funktion statt Fabelhaftigkeit gewählt. „Ohne Produktion bleibt die Kreation im Ideenstadium stecken“, so Touitou. „Und ohne Kreation hat Kleidung keine Seele.“  Daher trägt die Marke den Namen „Atelier de Production et de Création“ (Atelier für Produktion und Kreation) bzw. „A.P.C.“ und verknüpft auch heute noch Eleganz und Nützlichkeit in einer Weise, die nach Meinung zahlreicher Modekenner in der gesamten Branche ihresgleichen sucht.

 

Bild eins: A.P.C.s rohe Denim-Jeans für Herren und Damen. Sie sind nicht nur seit Langem Kult für Denim-Liebhaber, sondern waren auch die Inspiration für Hedi Slimanes berühmte Dior Homme-Kollektion der Noughties, aus der unzählige weitere Hommagen hervorgingen.

 

Bild zwei: Die aktuelle Kollaboration mit Carhartt WIP – eine Wiederholung der früheren erfolgreichen Partnerschaften der Marken aus den Jahren 2011 und 2013. Was Kapselkollektionen angeht, ist das so ziemlich die Definition des Ansatzes von A.P.C.: perfekt durchgearbeitet, perfekt praktisch und perfekt umgesetzt, ohne überflüssige Ornamente (abgesehen von einigen Schmuckstücken, aber auch Minimalisten brauchen hin und wieder etwas Bling, nicht wahr?)

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An anderer Stelle unterstreicht die SS20-Kollektion die ursprüngliche Identität von A.P.C. mit einfarbigen Outfits in Beige und Khaki, kleinbedruckten Kleidern und Mänteln, die mit Socken und Sandalen getragen werden – und natürlich mit Denim. Selbst die verspielten Slogans („Naively Conceptual“, „Poetic Persistence“) zeichnen sich durch die geschmackvolle Zurückhaltung aus, die wir von der Marke kennen. Und zwar so sehr, dass ein Slogan – „Radically Minimal“ – besonders ironisch wirkt.

 

Diese Authentizität (ein weiterer Ausdruck des Zeitgeists) hat A.P.C. gut getan: Während das Designstudio und die Werkstatt des Labels noch immer – wie eh und je – ihren Sitz in Paris haben, verfügt die Marke über 70 internationale Geschäfte, darunter ihr Flaggschiff-Store im Coal Drops Yard in London. Und während das Erlebnis eines Filialbesuchs derzeit vielleicht auf Eis gelegt ist, lassen sich alle Kollektionen der Marke – einschließlich dieser völlig neuen Kollaboration mit Carhartt WIP und einer weiteren tollen Zusammenarbeit mit der japanischen Schuhmarke Suicoke – online erkunden.

 

Und wenn Sie wirklich ins tiefste Innere der Marke vordringen möchten, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen, um ihr episches, 544 Seiten langes Buch zu lesen: Transmission. Das Buch, das 2017 anlässlich des 30-jährigen Bestehens von A.P.C. veröffentlicht wurde, bietet einen Einblick in die Geschichte der Marke und ihres Gründers – anhand von Collagen, Auszügen und einem umfassenden Bildkatalog. Es zeigt die Kleidung, Objekte, Bilder, Orte, Musik und Ereignisse, die laut Touitou in den vergangenen drei Jahrzehnten weltweit die größte Bedeutung trugen.

 

„Wenn ich versuche, mein Handwerk zu definieren, kommt mir der Gedanke, dass ich etwas entwickelt habe, das auch mein eigenes Ausdrucksmittel ist“, schreibt Touitou in der Einleitung. „Dieses Mittel ist A.P.C.“

 

Entdecken Sie die Kollektionen unter www.apc.fr/wwuk

 

Dies ist die überarbeitete Fassung eines Artikels, der erstmals in der Frühjahrsausgabe 2020 der Zeitschrift King’s Cross Quarterly erschien. Text: Stephen Emms.

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